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17,03,19 - Unterschied zwischen Barbara und Ildiko
Ich denke, das wirkliche Hauptproblem, der entscheidende Unterschied geht um Folgendes:
Prinzipiell darum, dass die Frau sich nicht als Sexualfetisch herausarbeitet, um mit dem Mann ihrer Wünsche zusammen zu kommen. Auch, dass sie den Mann nicht in einer typischen Männer-Fetischrolle sehen will, sondern eine unabhängige Sichtweise von Stärke und Schwäche bzgl. Männer entwickelt.
Ildiko meinte z.B., sie hätte ja auch einen Arzt als Mann haben können, statt mich. Ärzte schienen überhaupt auf sie eine gewisse Anziehungskraft zu haben. Neger übrigens ebenfalls – Bei Barbara hatte ich nie den Eindruck, dass ihr gewisse Männersorten (etwa in höheren Positionen oder als Neger) besonders imponierten. Oder, Ildiko erklärte mir mal nach unserer Trennung, dass Beruf ein ganz wichtiger Faktor für sie sei. Ein Mann müsse einen ‚Beruf‘ haben. - Das hat Barbara nie an mir interessiert. Im Gegenteil, wenn ich hätte ‚Karriere‘ machen wollen, hätte sie das, darüber bin ich mir sehr sicher, empfindlich gestört, einfach, weil ich mich dabei auf Arschlöcher hätte einlassen müssen. Es ging schlicht nur darum, dass wir beide miteinander klar kommen – wenn auch Anfangs materiell relativ bescheiden.
Ildiko hatte es sehr gut drauf, sich als Sexualfetisch raus zu arbeiten – allerding nicht aufdringlich und verschwenderisch, sondern dezent und quasi ‚unschuldig‘, was bei ihrer natürlichen Schönheit eine besondere Attraktivität ausmachte. Sie hatte immer modisch-schicke (wenn auch nicht besonders teure) Klamotten, die Gesicht und Figur gut heraus arbeiteten. Kein Make-up, aber ein bisschen schwarze Wimperntusche und sie pflegte abends ihr Gesicht auf medizinische Weise nach einem Ritual mit einem Wattetupfer und irgendeinem Wässerchen. Auch wäre sie nie auf die Idee gekommen (in jungen Jahren wenigstens nicht), ihre schönen lockigen Haare zu färben oder sich gar am Körper zu rasieren und sie benutzte niemals Lippenstift – sie war also gleichsam ein ‚natürliches‘ Mädchen.
Barbara andererseits benutzte gar nix. Alles war auf praktische Vollwertigkeit ausgelegt – sie hatte lediglich ein kleines Faible für ein paar hübsche (wenn auch keineswegs teure) Ringe und ein paar schöne Ketten. Und selten auch mal Chanel No.5. Sie ist also nicht ‚gleichsam‘ sondern in jeder Hinsicht ein wahrlich natürliches ‚Mädchen‘. Sie wollte nie eine ‚besondere Anziehung‘ herstellen. Das war unter ihrer Würde, auch wenn sie bei ihrer natürlichen Schönheit sich zu einer Attraktions-Bombe hätte herausarbeiten können, wenn das ihr Lebensziel gewesen wäre.
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Fazit:
Ildiko war rollengebunden. Und deswegen war sie entsprechend eingeschränkt – wenn auch keineswegs im extremen Sinne. Ihre Entscheidungen verliefen letztendlich rollenkonform, auch wenn diese evtl. den Anschein der Nonkonformität hatten - speziell, als sie mit mir zusammen war. Richtig diskutieren konnte ich persönlich nicht mit ihr. Das war ihr ziemlich fremd.
Barbara war nicht rollengebunden, allerdings ist sie vollendet ‚diplomatisch‘ - wenn‘s drauf ankommt - , was für sie sehr sinnvoll ist, um Probleme zu behandeln, die mit Rollenmenschen auftauchen. Dementsprechend war sie auch niemals rollenmäßig eingeschränkt, was ihre sozialen Entscheidungen betraf. Ihr ist es fremd, sich rollenkonform zu entscheiden, weswegen sie sich auch vorbehaltlos meiner Nonkonformität anschließen konnte – sozusagen als Lebensbereicherung. Es geht ihr, als große Neuerung durch mich, um den ‚rationalen Diskurs‘ zur gemeinsamen Erarbeitung von Handlungs-Orientierung. Das hat sich bislang immer voll bewährt. Also immerhin jetzt schon fast 40 Jahre lang!
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