Fortsetzung

 

18,12,07 - Zum Thema Florian

 

Ich höre gerade das ‚Lied vom Tod‘ als Instrumental. Es rührt mich stark an. Es drückt für mich den ‚Tod‘ seit den 70er Jahren aus! Den Tod, in den die ursprünglich schöne und starke Bewegung der späten 60er hineingeraten ist. Und damit auch den Tod meiner ursprünglich so schönen Beziehung mit Florian.

 

Jetzt steht Florian kurz vor seinem 50ten Geburtstag. Crazy, ne? Und obwohl ich unsere neuerliche Wiederbegegnung selber verursachte, habe ich keinerlei Bedürfnis, an diesem Geburtstag teil zu nehmen. Denn nichts ist wirklich klar.

 

Z.B. ist stark anzunehmen, dass Florian ambivalent zu mir steht – und nicht eindeutig. Diese Ambivalenz ist ja auch nur zu verständlich. Denn einerseits hat ihn seine Mutter (logischerweise) gegen mich beeinflusst, andererseits hat er aber wohl dennoch eine gewisse Sehnsucht nach seinem Vater – was meiner Ansicht nach dadurch zum Ausdruck kommt, dass er sich ab und zu ein bisschen für meine Websites interessiert, so wie ich mich ja auch selber ab und zu ein bisschen für seinen Werdegang im Internet interessiere.

 

            Florian mit Brille

 

Auch ist nicht ganz klar, inwieweit er sich lediglich für mich als Person interessiert, oder auch noch für sein zukünftiges Erbteil an dem Haus von mir und von Barbara. Denn tatsächlich verdient er nicht soo viel in seinem neuen Job in Heidelberg. Außerdem hat er noch an seinem Reihenhaus in Heidelberg abzubezahlen und womöglich noch an seine geschiedene Jeanette einiges abzudrücken. Die 19-jährige Tochter, die bei ihm lebt, verursacht möglicherweise auch noch einige Kosten.

 

                 Florian mit Brille und Skyline

 

Meine neue Strategie war es, gar nicht mehr irgendwie (elternmäßig) interessiert an seinen persönlichen Geschichten zu sein, wie ich das früher war. Also bzgl. seiner Mutter oder seiner geschiedenen Gattin, auch nicht bzgl. seiner Kinder oder seines Berufes. Das sind alles Sachen, die ich ja auch nicht drauf habe, wenn wir uns mit Freunden wie Carolin treffen oder mit Jutta & Wolfgang. Man erfährt trotzdem noch einiges nebenher. - Nein, mir kam es auf eine ganz neue Qualität an. Nämlich erstens, einen schönen Abend und ein schönes Frühstück zusammen zu verbringen. Also, was Positives gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und zweitens, dass ich nebenher mich in biologische Themen einfuchse, um eine Verbindung meines Faches, der Soziologie, mit seinem Fach, der Biologie, herstellen zu können. Was ich dann auch ein bisschen während der Tischgespräche thematisieren könnte. Eine erste Frucht hat das tatsächlich schon getragen, nämlich in meinem Reflexionsartikel bzgl. einer neuen Sichtweise auf die Religion.

                Florian

Ich muss jetzt zusehn, dass ich mir einen positiven (wenn auch keineswegs blauäugigen) Blick bewahre und mich nicht zu sehr von seiner Ambivalenz etc. abschrecken lasse, um trotzdem was Positives auf die Beine zu stellen, soweit mir, bzw. uns allen, das möglich ist.

 

 

 

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